Mehr als nur Surfen – ein Geschenk fürs Leben

Ein Gemeinschaftsprojekt der Elterninitiative herzkranker Kinder, Köln e. V. und Wellenbezwingen e. V.

Der Surfkurs für herzkranke Teenager und deren Geschwister/Freunde ist dieses Jahr als neues Angebot gestartet. In Kooperation mit dem Verein „Wellenbezwingen e. V.“ fand er monatlich von März bis Juni im „Rheinriff“ in Düsseldorf statt. In den wärmeren Monaten trafen sich die Jugendlichen auf der Wassersportanlage in Langenfeld.

Ziel des Surf-Kurses

Der Surfsport fördert über die sportliche Kompetenz hinaus noch Einiges mehr: Es geht darum etwas Neues auszuprobieren, sich der Herausforderung zu stellen, die Balance zu finden, sich zu trauen. Das Erleben der Selbstwirksamkeit stärkt das Selbstbewusstsein. Die Trainer stehen dabei unterstützend zur Seite und geben die nötige Sicherheit. Ausnahmslos alle Teilnehmer haben es geschafft die Welle zu surfen. Es war ein toller Erfolg, den die Jugendlichen als Gruppe gemeinsam gefeiert haben.

Die Mutter eines herzkranken Teenagers hat uns hierzu ein sehr eindrückliches Feedback geschrieben:

Mehr als nur Surfen – ein Geschenk fürs Leben

Als Mutter eines Jugendlichen mit angeborenem Herzfehler weiß ich, dass es für einige unserer Kinder selten ist, dass sie einfach mitmachen können. Umso überwältigender war es, die Teenager mit Herzfehler beim Surfkurs zu erleben. 

Was ich dort gesehen habe, hat mich tief berührt: Jugendliche, die über sich hinauswachsen.

Sie lernen, ihre Angst zu überwinden, loszulassen, sich vom Wasser tragen zu lassen und wieder aufzustehen, wenn sie gefallen sind. Sie sind gegen den Strom geschwommen, manchmal auch mit ihm und haben sich gegenseitig gefeiert.

Es war mehr als nur ein Sportkurs. Es war eine Erfahrung voller Mut, Freude und Zusammenhalt. Ich bin dankbar, dass unser Kind Teil davon sein durfte.

Rückblick: Ein Tag auf dem Wasser – Surfen für herzkranke Teenies

Bericht von Tara:

Herzkinder-Teenie-Tag am Wasser. 

Am 15.06 war es soweit, wir sind sehr früh in Trier aufgebrochen um pünktlich an der Wasserskianlage in Langenfeld anzukommen. Das Wetter war durchwachsen, aber hin und wieder zeigte sich die Sonne und es blieb weitgehend trocken.

Wir waren trotz langer Anreise über pünktlich da und konnten uns alles anschauen. Die Anlage in Langenfeld ist weitläufig und sehr schön und es war auch schon einiges los. Gutgelaunte und motivierte Menschen in Neoprenanzügen, Wasser und Strand das hatte etwas von Urlaub am Meer.

Joris hatte sich sehr auf diesen Tag gefreut und war etwas aufgeregt, da er das Wellenreiten ausprobieren durfte.

Die Gruppe der teilnehmenden Jugendlichen war überschaubar und aufgrund von anderen Veranstaltungen und Treffen der Elterninitiative kannten sich alle.

Dieser besonderer Tag wurde gemeinsam von der Elterninititiative herzkranker Kinder Köln und dem Verein Wellenbezwingen Köln organisiert.

Nach einer netten Begrüßung und einer kurzen Info zum Ablauf des Tages konnte es losgehen.

Wir Eltern hatten einen schönen Platz an der Strandbar und die Jugendlichen konnten mit den Betreuern des Vereins Wellenbezwingen in den Tag starten. Zunächst stand das Kennenlernen und die Stärkung der Gruppengemeinschaft sowie Gleichgewichtsübungen auf dem Programm. Dann ging es mit den Taschen in die Umkleide und zurück kamen vier gut gelaunte, aber auch etwas aufgeregte Jugendliche in Neoprenanzügen, Helm und Schwimmweste. „Was wird uns wohl erwarten und traue ich mich tatsächlich mit dem Brett auf die Wellen?“, schienen die Gesichter zu sagen.

Unser ursprünglicher Plan war es Joris zum Wassertag zu bringen und nach kurzer Rücksprache den Veranstaltungsort zu verlassen, um zu dritt etwas zu unternehmen. Da wir aber neugierig waren wollten wir erst einmal etwas zuschauen, dann haben wir uns gefreut bekannte Gesichter zu sehen und mit allen ins Gespräch zu kommen. Da auch Lola es sehr interessant fand und zuschauen wollte haben wir uns entschieden bei den anderen zu bleiben.

Es war ein sehr schöner Tag für alle, mit vielen neuen Erfahrungen und netten Gesprächen und wir haben einen anderen tollen Verein kennengelernt, der super Arbeit leistet. Doch vor allem für die Jugendlichen war es ein einmaliges Erlebnis, sie konnten über ihre Grenzen hinauswachsen und haben sich getraut die Wellen zu bezwingen. Für mich war es sehr beeindruckend ihnen hierbei zuzuschauen und war überrascht, dass sie sich tatsächlich getraut haben.

Die Gemeinschaft der Gruppe und vor allem die Betreuer haben den Jugendlichen, aber auch mir als Mutter sehr viel Sicherheit gegeben. Mit ihrer persönlichen Begeisterung für das Wellenreiten und wie sie auf jeden einzelnen eingegangen sind haben sie uns einen besonderen und unvergesslichen Tag bereitet.

Nach dem schönen, aber auch anstrengenden Tag gab es für alle leckere Pommes. Beim Abschlussspiel (Strippensurfer), bei dem alle mitmachen konnten, hat sich noch einmal gezeigt, dass eine gute Gemeinschaft so einiges stemmen kann und wie wichtig es ist zu vertrauen und sich auf einander zu verlassen. Die Jugendlichen kommen aufgrund ihrer Erkrankung im Alltag immer wieder an ihrer Grenzen der Belastbarkeit. Ob in der Schule oder in der Freizeit ist es meist nicht möglich mit den „Gesunden“ mitzuhalten. Daher freue ich mich, dass mit den Herzkinder-Teenie Angeboten ein Rahmen geschaffen wurde, der den Jugendlichen die Möglichkeit gibt im Austausch mit den anderen zu sein, zu wissen ich bin nicht alleine und vielleicht wie beim Wellenreiten zu lernen ich kann Herausforderungen in meinem Leben schaffen.

Ich möchte mich bedanken, dass Joris diese Erfahrung machen durfte!

Danke an Nadine für das organisieren, ich hoffe es finden noch weitere Herzkinder-Teenie Treffen statt und

Danke an das Team von Wellenbezwingen e.V.